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Versicherungen sind kein Hexenwerk

Versicherungen sind kein Hexenwerk. Setze dich mit deiner Absicherung auseinander.

Sind alle Versicherungen sinnvoll?

Die Deutschen sind ein Volk, welches sich gegen alle Eventualitäten und Risiken absichert hört man an vielen Ecken. Ist dem wirklich so? Wie viel zahlt der Deutsche denn für seine Versicherungen? Ein Artikel im Handelsblatt aus dem Jahr 2014 beschäftigt sich etwas genauer mit den Zahlen, Daten und Fakten. Link zum Artikel: Hier

Aus dem Artikel geht hervor, dass jeder Deutsche im Durchschnitt und 2.220 € für Versicherungen ausgibt. Im europäischen Vergleich liegen wir sogar noch relativ weit hinten was die Altersvorsorge angeht. Da dieser Artikel schon etwas älter ist und in den letzten Jahren durch die Politik mehr private Altersvorsorge vom Bürger gefordert worden ist, hat sich dieses Bild mit Sicherheit schon in die andere Richtung verschoben. Dennoch bleiben Versicherungen ein komplexes Feld und hier sollte man sich ruhig mehrere Meinungen von verschiedenen Beratern, Freunden oder Bekannten einholen. Oftmals lassen sich somit schon viele Fehler und Tücken bei den gängigsten Versicherungen vermeiden.

Welche Versicherungen am Ende für dich sinnvoll erscheinen, ist immer ein abwägen der persönlichen Verhältnisse und Risiken, die man bereit ist zu tragen. Die Entscheidung eine Risikolebensversicherungen für deine Familie abzuschließen, kann unter gewissen Umständen Sinn ergeben. Man sollte sich jedoch nie durch die Bank verleiten lassen den Erwerb von Eigentum durch eine Lebensversicherung abzusichern. Hier konnte ich im Bekanntenkreis schon des Öfteren feststellen, dass so eine Finanzierung mal schnell kippen kann und die Restschulden am Ende immer noch sehr hoch sein können. Somit sollte keine Zweckentfremdung der Versicherungen erfolgen.

 

Abschreckung vom Thema Versicherungen

Versicherungen schrecken ab – Keine Frage, da sie ein komplexes Gebiet anschneiden und eine umfassende Ausbildung von Nöten ist. Oftmals wird sogar unsere Gesetzgebung angeschnitten. Da ich selber kein Experte auf diesem Gebiet bin, kann ich hier nur jedem eine unabhängige Beratung empfehlen. Nebenbei sollte man aber auch mit Freunden und Bekannten über deren Erfahrungen sprechen. Aus diesen Gesprächen können dann wiederum Fragen entstehen die dann beim Berater gestellt werden sollten. Ältere Menschen können einem eventuell ihre Erfahrungen zur Altersvorsorge teilen. An dieser Stelle möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass ich meine private Rentenversicherung Anfang des Jahres gekündigt habe.

Ich bin dennoch der Meinung, dass man keine falsche Scheu vor Versicherungen haben muss, auch wenn dieses Gebiet sehr umfassend ist. Bei Versicherungen zählt jedoch oft das Kleingedruckte, dessen du dir gut durchlesen solltest.

Fazit: Setze dich mit deinen Versicherungen und liste diese auf. Vielleicht erkennst du selber schon, dass du Einsparpotenzial hast oder dir dringend einen Termin zur Beratung besorgen solltest.

 

Fehler im Umgang mit Versicherungen

Natürlich gibt es auch Fehler, die du oder ich bei Versicherungen machen können. Die gängigsten sind nach meinem Empfinden.

  1. Unter-/Überversicherung

    Hierunter fallen für mich im Falle der Unterversicherung z.B eine Hausratversicherung, die nicht den kompletten Wert des Hab und Gut abdeckt. Hier hast du wahrscheinlich mehr auf den Preis, als auf die Leistung geschaut. Bei der Überversicherungen hingegen kann es sogar sein, dass das selbe Risiko doppelt abgesichert ist. Bei der Überversicherung kannst du schnell mal ein paar Euro sparen, solltest du diese bei dir feststellen.

  2. Schadenshöhe

    Weißt du wirklich was sich in all deinen Räumen für Wertgegenstände befinden? Ich denke nicht. Um im Falle eines Schadens nicht mit Pauschalbeträgen abgespeist zu werden, macht es unter Umständen Sinn eine Inventarliste seiner Gegenstände zu erstellen und diese sicher aufzubewahren.

  3. Obliegenheitsverletzungen

    Du hast gegenüber deiner Versicherung die Pflicht, Veränderungen in deinem Umfeld, persönlichen Strukturen und auch Werten mitzuteilen. Ich selbst habe z.B vor meiner Auslandstätigkeit meine Versicherungen darüber informiert. Im Schadensfall kann die Versicherungen eine Erstattung ablehnen, da du dieser Pflicht eventuell nicht nachgekommen bist.

  4. Deckungslücken

    Es gibt doch nicht schlimmeres, wenn dein Haus beim nächsten Hochwasser Unterwasser steht und du dieses Risiko nicht versichert hattest. Man sollte sich daher im Vorfeld mit den Risiken welche abgesichert sind und welche nicht genau auseinander setzen.

  5. Risikobeurteilung

    Viele Berater, aber auch Versicherungsnehmer schätzen das Risiko, welches getragen werden muss vollkommen falsch ein. Hierbei beruht der Fehler darauf, Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu treffen und weniger rational zu analysieren.

 

Die häufigsten Versicherungen der Deutschen

Im Schnitt hat jeder Deutsche circa 6 Versicherungspolicen in seinem Ordner, die bezahlt werden müssen. Doch welche Versicherungen zählen zu den häufigsten.

  1. Berufsunfähigkeitsversicherung

    Sie dient zur Absicherung des Einkommens in dem erlernten Beruf bei Ausfall durch Krankheit oder Unfall.

  2. Unfallversicherung

    Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt die Wegeunfälle auf dem Weg zur und von der Arbeit. Doch was ist mit Unfällen, die im privaten Bereich passieren können, wo ebenfalls Kosten auf dich zukommen können. Hierfür ist eine Unfallversicherung eine gute Alternative zur kurzfristigen Deckung dieser zusätzlichen Kosten.

  3. Hausratversicherung

    Diese Versicherung sichert deinen Hausrat gegen Diebstahl, Umweltschäden oder sonstige Vorkommnisse ab.

  4. Haftpflichtversicherung

    Jedem passiert es mal, dass er jemand anderem etwas kaputt macht. Für diese Schäden kann eine private Haftpflichtversicherung einspringen.

  5. Risikolebensversicherung

    Die Risikolebensversicherung dient der existenziellen Absicherung deiner Familie.

  6. Rechtsschutzvericherung

    Hier solltest du aufpassen, welche Bereiche versichert sind. Es macht definitiv Sinn das Arbeitsrecht, Privatrecht und Verkehrsrecht mit einzubeziehen.

 

Die unnötigsten Verischerungen

In meinen Augen gibt es auch viele unnötige Versicherungen. Hier zu zählen in meinen Augen eine Handyversicherung, Laptopversicherung, Glasbruchversicherung, Insassenunfallversicherung, Brillenversicherung und Sterbegeldversicherung. Bei diesen Versicherungen zahlst du für ein Risiko, was wirklich zu jederzeit für den normalen Geldbeutel und durch deinen finanziellen Schutz abgedeckt sein sollte. Die Insassenunfallversicherung ist aus dem Grund unnötige, da deine Haftpflichtversicherung immer für deine Mitfahrer aufkommen wird, sollte euch ein Unfall zustoßen. Die Sterbegeldversicherung ist eine Versicherung, bei der du bei Betrachtung der Einzahlungsdauer mehr einzahlen wirst als du heraus bekommst.

 

Meine eigenen Versicherungen

Was dich wohl viel mehr interessiert, sind meine eigenen Versicherungen. Ich besitze eine Unfall-, Hausrat- und Haftpflichtversicherung. Zudem kommt noch eine private Kranken- und Pflegeversicherung, welche in meinem Beruf gefordert wird. Des Weiteren besteht noch eine Rechtsschutzversicherung, die mit der Mitgliedschaft in einer Interessenvertretung gekoppelt ist.

Meine Ausgaben für Versicherungen im Jahr belaufen sich auf rund 780 €.

Hinzu kommt dann bei Bedarf noch eine Reisekrankenversicherung, wenn ich mal wieder auf einer Fernreise bin.

 

Möglichkeiten zum Sparen

Versicherungen ermöglichen dir auch ein enormes Sparpotenzial. Eine erste Maßnahme, welche ich durchgeführt habe ist die Umstellung auf eine jährliche Zahlungsweise. Hierbei kannst du rund 4% Skonto sparen. Dabei solltest du aber nicht vergessen, dass du dir die Beträge monatlich im Vorfeld schon zur Seite legen solltest.

Eine weitere Möglichkeit ist das Aufsuchen eines unabhängigen Versicherungsberaters, der dir deine Versicherungen auf Sinn, Zweck und Aktualität prüft. Oftmals kann er dir auch schon Möglichkeiten aufzeigen, wie du sparen kannst, ohne deinen Versicherungsschutz aufzugeben. Dies solltest du sogar alle paar Jahren tun, da sich deine persönlichen Verhältnisse mit der Zeit auch ändern.

Der beste Tipp zum Schluss ist eigentlich erst die Leistungen zu vergleichen und dann zu unterschreiben. Dies bewahrt dich vor einer überteuerten Versicherung. 🙂

 

Schlusswort

Ich glaub dies war einer meiner bisher längsten Beiträge und ich hoffe er hat dir gefallen. Stell deine Versicherungen auf den Prüfstand, denn es ist nicht nötig alles zu versichern.

Ich selbst habe z.B keine Berufsunfähigkeitsversicherung, da es im Leistungsfall zu langen gerichtlichen Auseinandersetzungen mit der Versicherung kommen kann. Schlussendlich weiß man nie, ob die Versicherung im Schadensfall zahlt. Hierbei können hohe monatliche Beträge ins Leere fließen. Zudem wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung immer das Ziel haben, mich für eine andere Tätigkeit umzuschulen, sodass ich meinen Lebensunterhalt wieder bestreiten kann.

Ich ersetze diese Versicherung, wie auch meine private Rentenversicherung mit dem Aufbau eines Dividendendepots.

Als kleine Lektüre kann ich dir folgendes Buch empfehlen, welches ich bei einem Bekannten zu lesen bekam:

Leitfaden Versicherungen: Richtig versichern und dabei sparen Kfz – Haftpflicht – Leben – Krankheit – Unfall – Haus – Rente

Gruß

Stefan

 

2 Kommentare
  1. Steffen
    Steffen says:

    Sehr schöner Artikel, besonders die unnötigen Versicherungen. Die braucht man wirklich nicht. Wenn man sich mit der Thema „Versicherung“ etwas auseinandersetzt dann braucht man sich keine Sorgen machen etwas falsch zu machen. Man sollte hier nur bedenken, dass bei Versicherungen nicht die „Geiz-ist-Geil“ Mentalität durchkommen sollte. Ein gesundes Mittelmaß was den Preis angeht sollte ins Auge gefasst werden.

    Gruß
    Steffen

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