optionshandel

Vorwort zum Optionshandel

Damit die Artikelserie rund um das Thema Investieren abgerundet wird, fehlt nur noch der Optionshandel. Hierfür habe ich mir die Unterstützung von Chris vom Blog www.easydividend.net eingeholt. Chris war sofort begeistert einen Artikel zu schreiben, bei dem er den Lesern und Börsianern den Optionshandel näher bringen kann. Dieser eine Beitrag reicht natürlich nicht einmal ansatzweise, damit man den Optionshandel im vollen Umfang versteht und anwenden kann. Sieh diesen Beitrag als einen kleinen Einblick zum hineinschnuppern in die Thematik rund um den Optionshandel.

Ich bedanke mich daher recht herzlich bei Chris für seine Mühen ud wünsche dir nun viel Spaß beim Lesen.

Was ist eine Option?

Viele werden sich fragen was eine Option eigentlich ist. Eine Option im wirtschaftlichen Sinne stellt ganz einfach ein Recht dar, eine bestimmte Sache zu einem späteren Zeitpunkt und zu einem vorher definierten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.

Eine Option regelt also Rechte und Pflichten zwischen einem Käufer und einem Verkäufer.

Ein sehr einfaches Beispiel wäre folgendes:

Du gehst in einen Laden für Outdoor-Zubehör und willst dir eine Jacke kaufen. Du möchtest noch überprüfen ob du sie an anderer Stelle billiger bekommst. Damit die Jacke aber später nicht an jemand anderen verkauft wird, zahlst du dem Verkäufer einen kleinen Beitrag. Dafür verspricht er dir, dass er dir die Jacke zum heutigen Preis in 2 Wochen verkauft, und sie niemand anderer bekommt.

Du kannst dein Recht, die Jacke in 2 Wochen zu kaufen, wahrnehmen oder auch nicht. Das bleibt dir überlassen. Egal wofür du dich aber entscheidest, der Verkäufer darf diesen geringen Betrag, den er anfangs von dir bekommen hat, behalten.

Dies war ein klassisches Optionsgeschäft. In diesem Beispiel bist du der Käufer einer Option. Der Verkäufer der Jacke ist der Verkäufer der Option. Nichts anderes wird an der Börse getan. Diese Rechte und Pflichten regeln den Kauf und Verkauf von Wertpapieren.

 

Optionshandel eine Erfindung der Neuzeit?

Der Handel mit Optionen ist keine Erfindung der Neuzeit. Viele Menschen denken, dass dies ein hochinnovatives Finanzprodukt ist. Dem ist nicht so.

Vor Hunderten von Jahren haben Bauern diese Prinzipien schon genutzt, um ihre Ernte-Bestände zu handeln. Dabei ging es um Wertschwankungen und Lagerkosten der Ernte-Güter. Jemand, der aus irgendeinem Grund seine Waren lagern musste, wollte zu einem späteren Zeitpunkt auch noch den heutigen Preis dafür bekommen.

Wertschwankungen treten an der Börse im Sekundentakt auf.

Du siehst, es ist alles nichts Neues. Die Prinzipien sind immer die gleichen, und jemand der erst einmal den Sinn hinter diesen Finanzinstrumenten verstanden hat, wird schnell bemerken, dass hier eine lukrative Einnahmequelle liegt. Sie will nur erschlossen werden.

 

Gründe ein „Versicherungsunternehmen“

Wenn mich jemand fragt, was ich eigentlich so an der Börse mache, sage ich immer ganz einfach: Ich verkaufe Versicherungen an der Börse.

Und das ist es auch was ich ganzes Jahr über an der Börse mache. Ich versichere Schadensfälle an der Börse.

Alles was ich tue ist einem Optionskäufer versprechen seinen Aktienbestand zu kaufen, wenn er innerhalb einer gewissen Zeitspanne unter einem vorher definierten Wert fällt. Diese Kursmarke und die Laufzeit kann ich selbst bestimmen. Dafür dass ich diese Versicherung anbiete, erhalte ich jedes Mal ein bisschen Geld (die Optionsprämie).

Alleine durch die Prämie wäre das nun schon lukrativ, da ich so Aktien zu einem geringeren Preis kaufen kann, als zum Marktpreis. Dem nicht genug bin ich nach dem Kauf der Aktien Anteilseigner am Unternehmen. Ich habe ein Recht auf Gewinnausschüttungen (die Dividende) und kann von Kurssteigerungen profitieren.

 

4 Grundoptionen

Es gibt „zig“ verschiedene Optionsstrategien, die auch jede ihre Berechtigung hat. Alle diese Optionsstrategien setzen sich jedoch aus lediglich 4 Grund-Optionen zusammen.

  • Short Put… Verkauf einer Put Option
  • Short Call… Verkauf einer Call Option
  • Long Put… Kauf einer Put Option
  • Long Call… Kauf einer Call Option

Short beschreibt den Verkauf der Option. Long beschreibt den Kauf der Option. Die Optionen werden immer aus der Sicht des Käufers erklärt, also von der „Long“-Seite.

Eine Put-Option regelt den  Verkauf eines bestimmten Basiswertes zu einem festgelegten Preis und zu einem festgelegten späteren Zeitpunkt.

Eine Call-Option regelt den Kauf eines bestimmten Basiswertes zu einem festgelegten Preis und zu einem festgelegten späteren Zeitpunkt.

Demnach könnte man also auch sagen:

  • Short Put… Verkauf einer Verkaufs-Option
  • Short Call… Verkauf einer Kauf-Option
  • Long Put… Kauf einer Verkaufs-Option
  • Long Call… Kauf einer Kauf-Option.

Dies klingt anfangs alles sehr verwirrend, aber es wird klar, wenn man sich ein bisschen mit der Thematik beschäftigt.

 

Komplexe Optionsstrategien

Wie schon erwähnt gibt es einen Haufen sehr komplexer Optionsstrategien. Eine kreative Zusammensetzung der vier Grundoptionen kann so jede noch so abstraktive Optionsstruktur abbilden. Eine Short Option kann zum Beispiel mit einer Long-Option abgesichert werden und umgekehrt.

Ob dies sinnvoll ist, muss jeder für sich entscheiden.

Gerade Anfängern würde ich eher zu den einfachen Optionen raten. Man sollte sich langsam ran tasten und später dann tiefer in die Materie eintauchen.

Manche Options-Strategen schwören auf sehr komplexe Zusammensetzungen um Gewinne zu erzielen, andere versuchen es eher einfach zu halten. Ich zähle mich selbst zu den letzteren. Ich handle hauptsächlich nur 2 dieser Grundoptionen, und zwar den Short Put und den Short Call.

Warum nur Short? Als Verkäufer bin ich auf die Prämie aus. Diese macht den größten Anteil meines Gewinnes aus. Meiner Meinung nach ist dies eine der langweiligsten und zugleich lukrativsten Beschäftigungen an der Börse.

Richtig angewendet erzielt man so eine höhere Rendite mit zugleich geringerem Risiko als ein gewöhnliches Investment in Einzelaktien oder ETFs. Leider sehen das viele Investoren aber nicht, und lassen so jedes Jahr Tausende von Euros liegen, die sie sich relativ einfach verdienen könnten.

 

Der Kapitaleinsatz

Ein wichtiger Punkt ist noch der Multiplikator einer Option an der Börse. Eine Option regelt die Rechte und Pflichten eines Aktienpakets von 100 Stück. Das heißt mit einer Option werden 100 Anteile einer Aktiengesellschaft gehandelt.

Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, da man somit auf den Kapitaleinsatz achten muss.

Versichere ich mit einer Option den Aktienbestand einer Person bei einem Ausübungspreis von 50 Euro pro Stück, muss ich 5000 Euro am Depot haben um die Aktien später kaufen zu können. Ich verpflichte mich die Aktien zu kaufen, wenn sie unter 50 Dollar pro Stück fallen.

Keine Angst, es gibt genug Vorgehensweisen, wie man sich gegen diese Ausübung schützen kann, aber im Grunde genommen sollte man doch etwas Kapital haben um Optionen zu handeln. Für kleine Konten bietet sich der Handel mit Vertical Spreads an. Dies stellt die oben erwähnte Absicherung dar. Nähere Infos dazu gibt es auf >meiner Wissens-Seite bei Optionen-Broker.

Bei komplexen Optionsstrukturen darf man aber die Gebühren nicht vergessen. Pro gehandelter Option werden Transaktionskosten fällig. Dies ist auch einer der Gründe, warum ich nur Short Puts und Short Calls ohne Absicherung handle. Ich habe genug Kapital in der Hinterhand um die Aktien kaufen zu können, wenn es wirklich soweit sein sollte.

 

Die Margin

Wenn man sich etwas mit Optionen beschäftigt trifft man ganz sicher auch einmal auf den Begriff Margin. Normalerweise sollte jeder, der sich Investor nennt (auch wenn er nur Buy-and-Hold betreibt) wissen, was dies ist. Auch wenn man sie nicht nutzt ist es von Vorteil, wenn man weiß wovon hier gesprochen wird.  Für diejenigen, die es nicht wissen, noch einmal eine kurze Erklärung.

Margin stellt einfach gesagt eine Sicherheitsleistung dar. In einem Margin-Konto wird für jede Aktienposition im Depot eine Sicherheitsleistung verlangt. Dies geschieht auch bei Optionspositionen. Diese Sicherheitsleistung schützt dich UND den Broker im Falle von einer Glattstellung deiner Positionen.

Wird eine hohe Sicherheitsleistung verlangt, und du hast nicht genug Geld am Depot, kannst du die Position nicht einmal eingehen. Hier wird dir klar gemacht, dass du dieses Geschäft risikotechnisch nicht stemmen kannst.

Hier schlummert das größte Risiko und zugleich das größte Potential im Optionshandel. Margin kann unser Freund und gleichzeitig unser schlimmster Feind sein. Deshalb ist es von zentraler Bedeutung, dass man die Margin-Berechnungen versteht. Auf meinem Blog bin ich im ein oder anderen Artikel darauf eingegangen.

Neuen Optionshändlern würde ich empfehlen sich zuerst nur gedeckten Optionen zu widmen, das heißt: Jede Option sollte mit Cash im Depot hinterlegt sein, wie im obigen Beispiel beschrieben, zumindest bis man die Grundlagen im Optionshandel beherrscht.

Später kann man sich noch immer der Margin widmen, das sollte man meines Erachtens auch tun, da hier noch viel Potential schlummert. Wie schon gesagt: Für jeden der die Margin-Berechnungen versteht, kann dies einen immensen Rendite-Turbo bedeuten.

 

Weiterbildung kann sich auszahlen

Eine Weiterbildung auf diesem Gebiet kann sich für die weitere Zukunft als Investor richtig auszahlen. Wie schon zu Beginn angedeutet kann ich in einem einzigen Artikel nicht die Fülle an Informationen bieten, die es bräuchte um alle Aspekte dieser Finanzinstrumente zu beleuchten. Ich würde aber jedem raten zumindest in diese Materie einmal hinein zu schnuppern. Ich verspreche, dass es sich lohnt seinen Horizont zu erweitern.

Alleine aus Risiko-Gesichtspunkten sollte jeder Investor wissen, wie er seine Investments absichern könnte, wenn er sich einmal dazu entscheiden sollte.

Weitere Informationen findest du auf meinem Blog >www.easydividend.net und auf meiner zweiten Seite >www.optionen-broker.de, uf der ich alles rund um das Thema Optionen genauer erkläre.

2 Kommentare
    • Stefan
      Stefan sagte:

      Hallo Chris,
      Dein Artikel rundet die gesamte Artikelserie auch wunderbar ab.
      Vielen Dank nochmal, dass du dich daran beteiligt hast.
      Viele Grüße
      Stefan

      Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.