Geld Anlagen Sparbuch Tagesgeldkonto Bausparvertrag Sparplan Sparbriefe

Keine Zinsen auf risikofreie Anlagen

Willkommen zu meinem heutigen Beitrag, indem ich ein paar ausgediente Anlagen behandeln werde. Ich selbst habe mit 18 Jahren die ersten wirklichen Schritte außerhalb vom eigenen Taschengeld mit Geld gemacht. Die Eröffnung von einem eigenen Girokonto. Die Eröffnung eines Tagesgeldkonto und die Übernahme von dem Bausparvertrag meiner Eltern. Zu dieser Zeit gab es auf das Tagesgeldkonto noch 2,5% an Zinsen. Selbst mein Girokonto wurde mit 1,5% verzinst.

Ich bin sozusagen in das finanzielle Leben mit folgenden vier Dingen gestartet:

  • Gehalt
  • Girokonto
  • Tagesgeldkonto
  • Bausparvertrag

Im späteren Verlauf kam dann noch eine kleine Beteiligung in Form eines Genossenschaftsanteil hinzu. Dieser wurde mit einem Zins von 5 bis 7,5% verzinst.

Das Hauptaugenmerk hatte ich nach einem halben Jahr in Lohn und Brot auf mein Tagesgeldkonto gerichtet, da sich dort immer mehr Geld ansammelte. Zum Glück habe ich in dieser Zeit nicht mit Geld um mich geworfen und mir diverse Finanzprodukte wie monatliche Sparpläne und Sparbriefe angeschaut.

Somit kamen nun Sparpläne mit einem steigendem Zinssatz von 1,75 bis 4,75% Zinsen hinzu.

Leider sind die Zeiten solcher Anlagen mit solchen Zinsen vorbei. Die Zinssätze sind durch die Finanzkrise stetig gefallen und sind bei einigen Geldhäusern sogar im negativen Bereich angekommen. Für die Möglichkeit bei der Bank dein Geld zu lagern, wird nun eine Gebühr fällig.

Auf der anderen Seite erwirtschaften Banken mit deinem Geld Erträge, die nicht an dich weiter gegeben werden können, da es selbst für Banken mittlerweile sehr schwierig geworden ist überhaupt Erträge aus den Anlagen ihrer Kunden zu holen.

 

Banken sind keine karitativen Vereine

Eine Bank ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen mit dem Ziel Geld zu verdienen. Es müssen Mitarbeiter, Filialen und andere Leistungen bezahlt werden, welche im Zusammenhang mit dem Zweck einer Bank stehen.

Der Trend im Bankensektor geht zudem seit Jahren weg von einem breiten Filialnetz und hin zum Online-Banking. Die Digitalisierung und Nutzerfreundlichkeit des Online Banking hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Der Kunde profitiert vom Trend der Online Banken durch niedrigere Gebühren. Selbst die Kontoführungsgebühren entfallen bei Onlinebanken, welche durch Filialbanken im Jahr 2016 massiv wieder eingeführt wurden.

Im Bekanntenkreis konnte ich eine zunehmende Bewegung weg von Banken mit Kontoführungsgebühren bemerken. Zusätzlich bieten Onlinebanken weitere kostenlose Leistungen an wie zum Beispiel eine Kreditkarte.

Leistungen wie Überweisungsträger und Kontoauszüge kosten in vielen Fällen mittlerweile eine Gebühr. Die Zeiten der kostenlosen Zusatzleistungen sind in meinen Augen entgültig vorbei.

Wer Qualität möchte muss dafür zahlen. Wer sich jedoch anders entscheidet sollte sich darauf einstellen, dass er in seinem noch sehr jungen Leben öfter mal die Bank wechseln darf.

 

Ausgediente Anlagen

Kommen wir in diesem Teil mal auf die Möglichkeiten der Geldanlage zu sprechen, welche in meinen Augen vollkommen ausgedient haben. Mit diesen Produkten wirst du zudem kein Vermögen aufbauen. Diese Anlagen treiben dich eher in Altersarmut und sollten von Eltern als Anlage nicht an ihre Kinder weiterempfohlen werden. Eine Aufteilung meiner Kapitalerträge findest du hinter diesem Beitrag.

Sparbuch:

Ich selbst hatte zu meiner Konfirmation ein Sparbuch von meinen Großeltern bekommen, welches noch sehr hoch verzinst wurde. Dieses Sparbuch hatte ich dann mit 23 Jahren aufgelöst, da dieses Geld keine wirklichen Zinsen mehr abgeworfen hat. Heute werden von Banken keine Sparbücher mehr angeboten, da diese total unrentabel sind und nicht mehr in das Geschäftsmodell passen.

Auch ich verbinde mit dem Sparbuch einige schöne Erlebnisse, da man als kleines Kind dort immer einen Lutscher bekommen hat oder irgendwelchen anderen aus heutiger Sicht sinnlosen Kram.

Sparpläne / -briefe:

Bei diesen Produkten sind die Zinsen gestaffelt und man zahlt monatlich seine Sparrate auf ein separates Konto ein. Ich nutze beides heute noch, da ich mehrere vor der Finanzkrise abgeschlossen hatte, bei denen die hohen Zinsen heute noch Bestand haben. Diese Produkte laufen bei mir nach und nach aus. Aus heutiger Sicht kann ich diese Produkte nicht mehr empfehlen, da sich alleine mit passiven ETF`s eine höhere Rendite erwirtschaften lässt. Zudem ist das Kapital meistens sehr lange gebunden und kann nicht heraus gelöst werden. Kündigungsmöglichkeiten sollte jeder in den Beiblättern des Produktes prüfen.

Lebensversicherungen:

Ich selbst habe nie eine Lebensversicherung oder Kapitallebensversicherung besessen. Beide Elternteile hatten eine Kapitallebensversicherung, welche auch ausgezahlt worden ist. Die ausgezahlten Beträge entsprachen in beiden Fällen nicht dem, was vor Jahren versprochen worden ist. Natürlich hat eine Lebensversicherung den Zweck das Leben des Hauptverdieners abzusichern, sodass im Todesfall die Frau und Kinder versorgt sind. In meinem Fall war die Laufzeit auf das Ende meiner Ausbildung angelegt.

Das Abschließen einer Lebensversicherung ist eine Frage des Risikos und inwiefern man bereit ist dieses Risiko selbst zu tragen oder abzusichern. Auch darf man an dieser Stelle nicht vergessen, das der Staat während der Finanzkrise sehr stark im Bereich der Lebensversicherungen eingegriffen hat, da viele Versicherer ihren Garantiezins nicht mehr halten konnten. Ein Abverkauf der Verträge ist sogar durch den Versicherer möglich, bei dem der Kunde am Ende vielleicht auch in die Röhre schauen könnte.

Ein häufigeres Problem ist, dass die Laufzeit meistens nie komplett durchgehalten wird, da sich die Lebensumstände geändert haben und das Geld für andere Kaufentscheidungen hergenommen werden soll.

Den Abschluß einer Lebensversicherung oder Kapitallebensversicherung sollte man sich vorher sehr gut überlegen und sich auf jeden Fall beraten lassen.

Bausparvertrag:

Der gute alte Bausparvertrag. Des Deutschen liebstes Kind. Zugegeben liebe ich meinen Bausparvertrag auch, da dieser von 1988 ist und die Konditionen besser nicht sein können. Natürlich werde auch ich jährlich von meiner Bausparkasse mit Anrufen belästigt, dass man einen sehr attraktiven Vorschlag für mich hätte. Dieser Rhythmus ist schon ähnlich wie Weihnachten und Ostern.

Ich selbst habe nicht vor ein Haus zu bauen oder eine Wohnung zur Eigennutzung zu kaufen. Die Hauptgründe liegen zum einem im beruflichen, da ich die Flexibilität einer Mietwohnung brauche.

Somit profitiere ich von derzeit noch 5% an Zinsen auf meinen Bausparvertrag und jährlichen Anrufen der Bausparkasse. Leider blieben die Anrufe im Jahr 2017 aus, da ich diesen Vertrag nur noch ein Jahr bis zur Auszahlung halten werde.

Heute sieht die Lage bei den Bausparverträgen komplett anders aus. Dieses Produkt ist, wenn man nicht wirklich vor hat zu Bauen oder zu Kaufen für den Sparer vollkommen sinnlos. Der eigentliche Sinn und Zweck von einem Bausparvertrag ist es sich die niedrigen Zinsen auf das Darlehen zu sichern, falls die Zinsen wieder steigen sollten.

Man darf auch nicht vergessen, dass Bausparverträge zu einer Zeit populär geworden sind, als Deutschland nach dem 2. Weltkrieg in Trümmern lag. Die Gelder der Sparer sind denen Zugute geflossen, die bereits gebaut hatten oder kurz davor standen. Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist sogar seit 1970 stets rückläufig gemäß dieser Quelle.

 

Schlusswort

Ich für meinen Teil bin froh, dass ich im Jahr 2016 den Schritt wieder zurück an die Börse gemacht habe. Altersarmut kann einfach nicht das Ziel sein.

Viele der genannten Produkte haben natürlich nicht den Zweck dem Sparer hohe Zinsen zu bieten. Man sollte sich aber auch darüber bewusst werden, dass wir ein enormes Sicherheitsbedürfnis haben, welches nicht immer gut ist. Auf den Produkten wo Sicherheit drauf steht, muss nicht immer Sicherheit drin sein.

 

Viele Grüße

Stefan

 

 

*Bei den beworbenen Produkten auf meinem Blog handelt es sich um Affiliate Links, bei denen ich einen kleinen Anteil an Provision erhalten, wenn du dieses Produkt erwerben wirst. Für dich hat dies keinen Nachteil. Du unterstützt somit nur meine Arbeit mit dem Blog und trägst zu dessen Weiterentwicklung bei.

2 Kommentare
  1. Geldanlage Vergleich
    Geldanlage Vergleich sagte:

    Hallo,

    zu fast allen Punkten stimme ich mit dir überein. Nur bei dem Thema Bausparen bin ich nicht ganz deiner Meinung.
    Es stimmt, dass auch beim Bausparvertrag es nur sehr wenige Zinsen gibt. Aber es gibt die Möglichkeit des Riester Bausparvertrag. Hier fördert der Staat das Bausparen mit einigen Zulagen und Steuererleichterungen. Natürlich ist das nicht für jeden geeignet. Es sollte vorher genauestens geprüft werden ob es sich lohnt (wie viele Kinder, wie hoch ist das Einkommen usw.) Aber wenn die Rahmenbedingungen passen und ein Bauvorhaben dahinter steht kann Riester Bausparen ein großer Bestandteil der Haus / Wohnungsfinanzierung sein der sich auch rechnet.

    Viele Grüße

    Klaus-Dieter

    Antworten
    • Stefan
      Stefan sagte:

      Hallo Klaus Dieter,
      Vielen Dank für deinen Kommentar.
      Du hast natürlich vollkommen Recht, dass wenn man Bauen möchte es verschiedene Möglichkeiten gibt den Bausparvertrag mit weiteren staatlichen Optionen zu bestücken. Das Riesten ist, wie du erwähnt hast eine Möglichkeit.
      Am Ende sollte man sich die Finanzierung seiner Immobilie genauestens überlegen.
      Viele Grüße
      Stefan

      Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.